AFP-Niedersachsen: 20,7 Millionen Euro zusätzlich ab 2027

Ab 2027 können Schweinehalter in Niedersachsen wieder am Agrarinvestitionsförderprogramm teilnehmen - die Mittel sollen aufgestockt werden ©BRAUERS.com, Canva
Die niedersächsische Landesregierung will den Umbau von Ställen stärken und stellt dafür im Doppelhaushalt 2027/2028 zusätzliche 20,7 Millionen Euro bereit. Damit soll auch der Umbau in der Schweinehaltung wieder über das Agrarinvestitionsförderungsprogramm (AFP) gefördert werden.
ISN: Ein guter Anfang, doch angesichts des milliardenschweren Investitionsbedarfs in der Schweinehaltung bleibt die geplante Aufstockung weit hinter dem Notwendigen zurück.
Um den Umbau der Tierhaltung in Niedersachsen voranzutreiben, stellt die Landesregierung im Doppelhaushalt 2027/2028 zusätzliche Finanzmittel in Höhe von 20,7 Millionen Euro zur Verfügung. Das teilte das Niedersächsische Ministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (ML) heute in einer Pressemitteilung mit. Gefördert werden sollen landwirtschaftliche Betriebe, die in besonders tierfreundliche Ställe investieren – sowohl bei Neubauten als auch bei Umbauten. Neben dem Ausstieg aus der Anbindehaltung bei Rindern liegt der Fokus dabei insbesondere auf dem Umbau in der Schweinehaltung.
Aufstockung und höhere Maximalsätze im AFP
Mit den Mitteln soll das bestehende Agrarinvestitionsförderungsprogramm (AFP) verstärkt werden. Nach dem Wegfall des Bundesprogramms werden Investitionen in der Schweinehaltung mit dem Schwerpunkt auf mehr Tierwohl wieder in das AFP aufgenommen. Für das Jahr 2027 können im AFP neben den regulären 17 Millionen Euro zusätzliche Fördermittel in Höhe von rund 15,5 Millionen Euro bewilligt werden. Für 2028 sind weitere rund 5,2 Millionen Euro eingeplant. Um auch größeren Bauvorhaben mit dem Schwerpunkt Tierhaltung gerecht zu werden, wird die Höchstförderung auf 600.000 Euro angehoben. Landwirtschaftsministerin Miriam Staudte erklärte hierzu, dass viele Landwirte nach dem Aus des Bundesumbauprogramms vor großen finanziellen Herausforderungen stehen. Auch wenn das Land den Bedarf nicht allein schultern könne, wolle man einen Teil zur Zukunftssicherung beitragen und Stallbauten über das AFP unterstützen. Die Aufstockung der Mittel steht allerdings unter dem Vorbehalt, dass der Landtag den Haushalt genehmigt. Einzelheiten zur AFP-Förderung 2027 sollen demnächst von der Landwirtschaftskammer Niedersachsen bereitgestellt werden.
Die ISN meint:
Es ist gut, dass das Land Niedersachsen hier aktiv wird und für die Betriebe Perspektiven schaffen will. Das Ganze bleibt jedoch ein rein punktueller Ansatz, denn die Betriebe benötigen angesichts der tatsächlichen Investitionslast für den Umbau wesentlich mehr Geld. Aktuelle Abfragen der ISN unter niedersächsischen Sauenhaltern zeigen, dass diejenigen, die Deckzentrum und Abferkelbereich umbauen müssen, im Mittel rund 1,7 Millionen investieren müssen. Allein auf die etwa 1.100 niedersächsischen Ferkelerzeuger bezogen, ergibt sich nach den Ermittlungen der ISN schon ein Investitionsbedarf von rund einer Milliarde Euro. Dabei ist bereits berücksichtigt, dass ein Teil der Betriebe einzelne Vorgaben bereits umgesetzt hat oder aussteigen wird, zudem sind Investitionen zum Umbau der Schweinemast noch gar nicht berücksichtigt. Hinzu kommt, dass die AFP-Förderung für viele Betriebe in Niedersachsen faktisch unerreichbar bleibt, sofern die bisherigen Zugangsvoraussetzungen wie Prosperitäts- und GV-Grenzen unverändert bestehen bleiben.
Um den Umbau der Schweinehaltung stemmen zu können, sind zum einen gemeinsame Anstrengungen von Bund und Bundesländern gefragt, um die Schere zwischen Investitionskosten und Förderangebot ein Stück weit zu schließen. Zum anderen müssen vorrangig aber unbedingt die Kosten runter. Um das zu erreichen, braucht es besonders einen Bestandsschutz für bestehende Abferkelställe.