Eine Initiative der deutschen Schweinehalter
Das Netzwerk von Bauern für Bauern
16.03.2026rss_feed

AMK in Bad Reichenhall: ISN fordert Maßnahmen zum Erhalt der heimischen Ferkelerzeugung

Auf der Frühjahrs-AMK soll über die Rahmenbedingungen in der Nutztierhaltung gesprochen werden ©ISN/Jaworr, agrarministerkonferenz.de, Canva

Auf der Frühjahrs-AMK soll über die Rahmenbedingungen in der Nutztierhaltung gesprochen werden ©ISN/Jaworr, agrarministerkonferenz.de, Canva

Am Mittwoch (18.03.2026) beginnt die Agrarministerkonferenz (AMK) in Bad Reichenhall. Auf der Tagesordnung steht unter anderem die verlässliche und zukunftsorientierte Gestaltung der Rahmenbedingungen für die Nutztierhaltung. Die ISN hat die Landwirtschaftsminister und ministerinnen im Vorfeld der AMK angeschrieben und fordert angesichts der dramatischen Lage der deutschen Sauenhaltung konkrete Maßnahmen für den Erhalt der heimischen Ferkelerzeugung, wie ein bundesweit einheitliches Förderprogramm für notwendige Stallumbauten, der Abbau bestehender Genehmigungshürden sowie kein weiteres Aufsatteln neuer Vorgaben.

 

Die deutsche Sauenhaltung steht vor dem Kollaps: Innerhalb von zehn Jahren hat sich die Zahl der sauenhaltenden Betriebe in Deutschland halbiert (- 49,9%), und auch der Zuchtsauenbestand ist im gleichen Zeitraum deutlich zurückgegangen (- 28,1%). Die daraus entstehende Ferkellücke wird zunehmend durch Importe aus Dänemark und den Niederlanden geschlossen. Wie ernst die Lage auf den Betrieben ist, zeigt auch eine aktuelle und personalisierte ISN-Umfrage unter Sauenhaltern in ganz Deutschland: Rund die Hälfte der Betriebe plant derzeit, die neuen gesetzlichen Vorgaben nicht umzusetzen und stattdessen aus der Sauenhaltung auszusteigen. Ein weiteres Drittel ist noch unentschlossen.

 

Strukturbruch droht

Die deutsche Sauenhaltung steht nicht mehr nur vor einem Strukturwandel, sondern vor einem dramatischen strukturellen Bruch, ordnet ISN-Geschäftsführer Dr. Torsten Staack ein. Die aktuellen Daten des Statistischen Bundesamtes und auch unsere jüngste Umfrage unter Sauenhaltern zeichnen ein Bild, das sofortiges politisches Handeln zum Erhalt der deutschen Ferkelerzeugung und den damit verbundenen Strukturen erfordert.

 

Hoher Investitionsdruck

Eine zentrale Herausforderung für die Betriebe sind die neuen Haltungsvorgaben im Deck- und Abferkelbereich. Für deren Umsetzung müssen deutsche Sauenhalter in den kommenden Jahren insgesamt mehr als vier Milliarden Euro investieren. Für viele Familienbetriebe bedeutet das Investitionen in Millionenhöhe bei gleichzeitig unsicherer wirtschaftlicher Perspektive. Parallel dazu entstehen deutschen Ferkelerzeugern durch die ausschließlich national geltenden Vorgaben zusätzliche Kosten und damit Wettbewerbsnachteile gegenüber europäischen Nachbarn. Hinzu kommen weiterhin erhebliche Genehmigungshürden für notwendige Umbauten.

 

Weitreichende Folgen

Ein weiterer Rückgang der heimischen Ferkelerzeugung hätte weitreichende Folgen, erläutert Staack: Deutschland droht die Basis der Schweinehaltung wegzubrechen – und das über alle Haltungsstufen hinweg. Das heißt, auch jegliche Bemühungen um mehr Tierwohl in der Schweinehaltung werden erheblich konterkariert. Zudem hätte ein Wegfall der Ferkelerzeugung massive Auswirkungen auf die vor- und nachgelagerten Bereiche sowie zahlreiche Arbeitsplätze im ländlichen Raum.

 

Politik muss handeln

Die Agrarministerinnen und -minister der Länder haben in dieser Woche auf ihrer Frühjahrs-Agrarministerkonferenz (AMK) in Bad Reichenhall zurecht dieses entscheidende Thema auf ihrer Tagesordnung. Wir fordern Bund und Länder auf, dringend notwendige Maßnahmen für den Erhalt der deutschen Ferkelerzeugung zu forcieren, erklärt Staack und führt aus: Dazu gehören insbesondere ein bundesweit einheitliches und für die Betriebe erreichbares Förderprogramm für notwendige Stallumbauten, der Abbau bestehender Genehmigungshürden sowie mehr Planungssicherheit durch den Verzicht von weiterem Aufsatteln immer neuer Vorgaben. Nur wenn jetzt kurzfristig gegengesteuert wird, kann die heimische Ferkelerzeugung und damit die Grundlage der Schweinehaltung in Deutschland erhalten bleiben!


Lesen Sie dazu auch:

Während die Ferkelerzeugung in Deutschland abgebaut wird, wächst Spaniens Sauenbestand weiter >> schweine.net - Spanien festigt seine EU‑Spitzenposition - Sauenbestand wächst



ISN-WhatsAPP Kanal

Kennen Sie schon unseren ISN-WhatsApp-Kanal?

Holen Sie sich alle wichtigen Infos rund um die Schweinehaltung, Marktgeschehen, Politik und ISN‑Aktivitäten direkt aufs Handy. Schnell, kompakt und zuverlässig. Einfach Kanal abonnieren und keine News mehr verpassen!

So treten Sie dem WhatsApp‑Kanal bei:

Scannen Sie einfach den QR‑Code mit Ihrem Smartphone oder öffnen Sie den Link zum ISN-WhatsApp-Kanal. Anschließend können Sie den Kanal mit einem Klick auf Kanal folgen abonnieren. Wenn Sie keine News verpassen wollen, klicken Sie auf die Glocke und aktivieren Sie die Push-Benachrichtigung.