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16.07.2026rss_feed

Neues EIP-Agri-Projekt FixMyPig: Innovative Zuchtmethoden für mehr Tierwohl in der Schweinehaltung

© FixMyPig

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Mit dem neuen EIP-Agri-Projekt FixMyPig fördern das Land Niedersachsen und die EU einen innovativen Ansatz für mehr Tierwohl in der Schweinehaltung. Landwirte, Zuchtorganisationen und Forschungspartner arbeiten gemeinsam daran, genetisch bedingte Defekte frühzeitig zu erkennen und ihre Häufigkeit langfristig zu reduzieren. Ziel sind vitale Ferkel und praxisnahe Lösungen für die Schweinezucht von morgen.

 

Hannover, im Juni 2026 – Das Auftreten genetischer Defekte in der Schweinehaltung durch innovative genomische Werkzeuge reduzieren: Das ist das Ziel des neu gestarteten Gemeinschaftsprojekts FixMyPig. Am 2. Juni 2026 überreichte die niedersächsische Landwirtschaftsministerin Miriam Staudte im Ministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz in Hannover feierlich den Förderbescheid für das Projekt an das Konsortium. Das Vorhaben wird im Rahmen der Europäischen Innovationspartnerschaft (EIP-Agri Niedersachsen) gefördert und mit Mitteln der Europäischen Union kofinanziert.


Foto: Nds. Ministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (ML)

Foto: Nds. Ministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (ML)

Die Herausforderung: Warum klassische Zucht an Grenzen stößt

Genetisch bedingte Anomalien stellen eine besondere Herausforderung in der Tierzucht dar. Sie werden häufig von vielen verschiedenen Genen gleichzeitig gesteuert (polygen) und kommen zudem nicht bei jedem Träger dieser Gene sichtbar zur Ausprägung (unvollständige Penetranz). Da diese Veranlagungen in Teilen unsichtbar bleiben, sind sie mit klassischen Zuchtstrategien nur schwer vollständig zu erfassen.

Hier setzt FixMyPig mit einem neuen Ansatz in der Zuchtforschung an: Ziel ist es, die Häufigkeiten dieser Anomalien über die Möglichkeiten der klassischen Zucht hinaus weiter zu reduzieren. Dazu werden moderne genomische Selektionsverfahren mit innovativen Ansätzen (Reverse Phenotyping, Reverse Genetics) kombiniert.

 

Praxisdaten und Erbgutanalyse im Labor

In den beteiligten landwirtschaftlichen Praxisbetrieben werden dazu im ersten Schritt die tatsächlich sichtbaren Erscheinungsbilder (phänotypischen Ausprägungen) der Ferkel systematisch im Stallalltag erhoben. Treten Auffälligkeiten auf, werden Gewebeproben der betroffenen Tiere sowie ihrer nicht betroffenen Wurfgeschwister gesichert.

Im Labor wird das Erbgut dieser Proben anschließend untersucht (typisiert und sequenziert). Die so aufgebaute Lernstichprobe dient als Grundlage, um mithilfe bioinformatischer Methoden genomische Risikofaktoren zu identifizieren und die methodischen Grundlagen für eine genomische Zuchtwertschätzung zu entwickeln. Durch diese enge Verknüpfung von Praxisdaten und Genomanalyse entstehen belastbare Werkzeuge, die Tierwohl, Nachhaltigkeit und Wirtschaftlichkeit in ferkelerzeugenden Betrieben gleichermaßen fördern.

 

Zum Start der Projektphase kamen alle Projektpartner am 2. Juli 2026 zu einem Auftakttreffen zusammen, um die detaillierte Planung zu beschließen, sodass die Datenerhebung in den Betrieben zeitnah beginnen kann.


Logo Eip Agri Niedersachsen

Das Projektkonsortium und die Aufgaben der Partner

Das breit aufgestellte Konsortium vereint alle notwendigen Kompetenzen für eine erfolgreiche Umsetzung:

  • ISN-Projekt GmbH (Lead-Partner/Koordination): Als Tochtergesellschaft der ISN – Interessengemeinschaft der Schweinehalter e.V. übernimmt sie die Projektkoordination und sichert den praxisnahen Transfer der Ergebnisse zur Stärkung der Schweinehalter.
  • Zwei niedersächsische landwirtschaftliche Betriebe: Liefern die wertvollen Praxisdaten aus dem Stall, melden Auffälligkeiten, sichern das Probenmaterial für die Laboruntersuchungen und validieren die Ergebnisse im Alltag.
  • BHZP GmbH: Bringt ihre langjährige Erfahrung in der Erfassung und Bewertung genetischer Daten sowie umfangreiche Genotypisierungsdaten in das Projekt ein.
  • Förderverein Bioökonomieforschung e.V. (FBF): Bildet die Schnittstelle zwischen Forschung und Praxis. Der FBF organisiert Schulungsmaßnahmen, sorgt für die regionale Verbreitung der Ergebnisse und sichert die politische Anschlussfähigkeit.

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