Es reicht – Es braucht endlich Handeln für die schweinehaltenden Betriebe!
Die rote Linie ist überschritten: Angesichts anhaltenden Preisdrucks fordern WLV, Landvolk Niedersachsen und ISN ein sofortiges Handeln von Marktpartnern und Politik. Bleibt das aus, stehen auch Protestaktionen im Raum.
In sehr deutlichen Worten haben der Westfälisch-Lippische Landwirtschaftsverband (WLV) und das Landvolk Niedersachsen eine rote Linie mit Blick auf den Schweinemarkt und die wirtschaftliche Situation in der Schweinehaltung aufgezeigt. Unter dem Motto Es reicht
wurden auch Protestaktionen für den Fall angekündigt, dass nun nicht gegengesteuert wird. Als ISN schließen wir uns den Aussagen ausdrücklich an
, kommentiert ISN-Geschäftsführer Dr. Torsten Staack.
So hat WLV-Präsident Hubertus Beringmeier sehr deutlich gemacht, dass es um das Überleben unserer Familienbetriebe geht
und im Hinblick auf den Markt angekündigt: Wenn die Marktpartner nicht umgehend gegensteuern, müssen sich Großhandelsunternehmen wie Metro, der Lebensmitteleinzelhandel, der Hotel- und Gaststättenverband sowie die Schlachtunternehmen darauf einstellen, dass wir mit unseren Treckern – friedlich und entschieden – vor ihren Betriebsstätten für Aufmerksamkeit sorgen werden.
Auch der Vizepräsident des niedersächsischen Landvolks Jörn Ehlers zeigt eine ähnliche Richtung auf und macht deutlich Steht endlich zu dem, was Ihr uns zugesagt habt, und kommt weg von den Lippenbekenntnissen, die uns die ganzen letzten Monate hingehalten haben.
Rote Linie überschritten
ISN-Geschäftsführer Staack betont: Die rote Linie ist längst überschritten, da haben WLV und Landvolk vollkommen Recht.
Und weiter: Wir wissen alle, dass die Marktlage hierzulande durch den Druck aus anderen Ländern schwierig ist. Es kann aber nicht sein, dass dieser Marktdruck allein auf dem Rücken der Erzeuger ausgetragen wird. Wenn das ruinöse Preisniveau weiter bis zum schwächsten Glied der Kette, dem Erzeuger durchgetreten wird, dann reißt die Kette. Und das muss unbedingt verhindert werden. Die Fleischabnehmer sägen hier am eigenen Ast, denn das hält kein Erzeuger aus. Die Betriebe stehen derzeit wirklich mit dem Rücken zur Wand.
Staack erläutert: Man muss sich das vor Augen führen auf der einen Seite werden in Deutschland von Abnehmern und Politik höchste Standards gefordert, auf der anderen Seite will man nur Weltmarktpreise bezahlen, das passt nicht zusammen.
Staack zieht den Vergleich zum Autokauf: Niemand würde auf die Idee kommen, beim Erwerb einer deutsche Luxuslimousine den Preis eines importierten Kleinwagens anzusetzen. Dass das am Schweinemarkt aber so passiert, zeigt wie es um die Kräfteverhältnisse in der Wertschöpfungskette Schwein bestellt ist
.
Staack nennt drei Punkte, die es nun schnellstens braucht:
1. Mindeststandards in den Lieferverträgen, welche die Einseitigkeit der bestehenden Verträge zu Ungunsten der Erzeuger endlich beseitigen und damit die Erpressbarkeit der Erzeuger und Vermarkter z.B. durch kurzfristige Mengenkürzungen verhindern.
2. Preismodelle, welche unkalkulierbare Preisschwankungen für den Erzeuger reduzieren und diesem mehr Planbarkeit an die Hand geben
3. einen Basispreis, der die veränderten Anforderungen und Absatzwege marktgerecht und auskömmlich für die Erzeuger abbildet.
Zu den Meldungen von WLV und Landvolk Niedersachsen:
