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20.05.2026rss_feed

EU-Kommission: Leicht rückläufige Schweinefleischerzeugung 2026 erwartet

Die EU-Kommission erwartet für dieses Jahr einen leichten Rückgang bei der Erzeugung von Schweinefleisch in der EU ©Canva

Die EU-Kommission erwartet für dieses Jahr einen leichten Rückgang bei der Erzeugung von Schweinefleisch in der EU ©Canva

Für die EU-27 prognostizieren die Experten der EU-Kommission für das laufende Jahr einen leichten Rückgang der Schweinefleischerzeugung um 1,0 %. Auch die Exporte und der Verbrauch dürften etwas sinken.

 

Laut aktueller Prognose der EU-Kommission dürfte die Schweinefleischerzeugung in der EU 2026 um rund 1,0 % auf etwa 21,76 Mio. Tonnen zurückgehen. Als wesentlicher Grund dürfte der bei der letzten Viehzählung in vielen Mitgliedsstaaten festgestellte geringere Sauenbestand eine Rolle spielen, der sich nun in etwas geringeren Schlachtzahlen niederschlagen dürfte. Der Selbstversorgungsgrad wird weiter stabil auf dem Niveau von ca. 115 % erwartet. Damit bleibt die EU zwar Nettoexporteur, allerdings entfällt dabei auch ein großer Teil der Ausfuhren auf Nebenprodukte, die innerhalb der EU nicht verwertet werden können.

 

ASP in Spanien belastet Exporte

Bei den Ausfuhren erwartet die EU-Kommission für 2026 einen Rückgang um rund 3,0 %. Maßgeblich dafür ist die veränderte Handelssituation infolge des ASP-Ausbruchs in Spanien Ende November 2025, woraufhin viele Drittländer Importsperren für spanisches Schweinefleisch verhängten. Mittlerweile sind durch Regionalisierungsabkommen Lieferungen in einige Länder – zumindest teilweise – wieder möglich. Dennoch haben sich die Handelsströme dauerhaft verschoben: Größere Mengen an spanischem Schweinefleisch verbleiben seither innerhalb der EU und sorgen für zusätzlichen Angebotsdruck. Die Preise liegen daher bislang deutlich unter dem Niveau von 2025.

 

Rückkehr zum Abwärtstrend beim Pro-Kopf-Verzehr erwartet

Auch auf der Verbrauchsseite wird ein leichtes Minus erwartet. Nach einem langjährigen Abwärtstrend hatte sich der Pro-Kopf-Verzehr in den beiden Vorjahren stabilisiert – 2025 war er sogar um 3,4 % angestiegen. Nun erwarten die EU-Fachleute wieder einen rückläufigen Verbrauch. Für 2026 prognostizieren sie ein Minus von 0,9 % auf 32,6 kg. Längerfristig betrachtet läge der Pro-Kopf-Verzehr damit rund 2,0 kg bzw. 5,7 % unter dem Wert von vor 20 Jahren.