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14.01.2026rss_feed

ISN-Presseinfo: Deutsche Sauenhalter müssen über 4 Milliarden Euro investieren

244 Ferkelerzeuger haben im November und Dezember 2025 an einer Spezialabfrage der ISN zur Sauenhaltung teilgenommen ©ISN/Jaworr, Canva

244 Ferkelerzeuger haben im November und Dezember 2025 an einer Spezialabfrage der ISN zur Sauenhaltung teilgenommen ©ISN/Jaworr, Canva

Abfrage der ISN zeigt: Ohne Unterstützung und Bestandsschutz steht eine dramatische Ausstiegswelle in der Ferkelerzeugung bevor

Damme, 14.01.2026. Anlässlich der in Berlin heute und morgen stattfindenden Amtschefkonferenz und dem Beginn der Grünen Woche veröffentlicht die ISN heute die Ergebnisse einer Spezialabfrage unter deutschen Ferkelerzeugern. Diese beleuchtet die durch die Tierschutz-Nutztierhaltungsverordnung notwendig werdenden Investitionen in der Sauenhaltung und die damit verbundenen dramatischen Strukturfolgen.

 

244 Ferkelerzeuger aus ganz Deutschland nahmen im November/Dezember 2025 personalisiert, das heißt mit Namen und Adresse und damit in nachvollziehbarer Form, an der Abfrage teil. Insgesamt halten diese abgefragten Betriebe knapp 100.000 Sauen. Insofern liefert die Abfrage ein belastbares Bild der deutschen Ferkelerzeugung.

 

Die wichtigsten Ergebnisse zusammengefasst

Auf die deutsche Ferkelerzeugung kommt ein Investitionsbedarf zur Umsetzung der Haltungsvorgaben für Sauen von insgesamt über 4 Mrd. € zu. Vor dem Hintergrund, dass Ferkelerzeuger mittlerer Betriebsgröße für die Umsetzung der gesetzlichen Neuvorgaben im Deckzentrum und Abferkelstall einzelbetrieblich rund 1,5 Mio. € investieren müssen, werden viele von ihnen diese Umbauschritte nicht mehr mitgehen und deshalb aussteigen. Gerade mit Blick auf den Abferkelstall, steht fast die Hälfte der Betriebe vor dem Aus, weitere 30 % sind sich im Unklaren und nur ca. 21 % haben die Weichen in Richtung Fortführung der Sauenhaltung gestellt. Nachvollziehbar ist auch, dass besonders viele Betriebe die auslaufende Förderung des Bundes als entscheidend für die weitere Betriebsentwicklung ansehen und versuchen, noch Anträge im Rahmen der verbleibenden Frist bis Ende August zu stellen. Für sehr viele Betrieb ist eine Antragstellung innerhalb der Frist aber nicht mehr zu schaffen.


Dr. Torsten Staack, ISN-Geschäftsführer ©ISN

Dr. Torsten Staack, ISN-Geschäftsführer ©ISN

Ohne Unterstützung wird die Ausstiegswelle dramatisch

Ohne adäquaten Ersatz für die Bundesförderung und einen Bestandsschutz für bestehende Abferkelställe, wird die Ausstiegswelle in der Ferkelerzeugung dramatisch werden, kommentiert ISN-Geschäftsführer Dr. Torsten Staack die aktuellen Zahlen. Ein Verlust der deutschen Ferkelerzeugung zu Gunsten von Ferkelimporten macht aber alle Bemühungen zu mehr Tierwohl hierzulande zunichte. Die riesigen Investitionssummen zur Umsetzung der neuen gesetzlichen Vorgaben können Ferkelerzeuger allein nicht stemmen, denn sie bekommen dadurch keine Aussicht auf höhere Erlöse. Wenn die notwendige Unterstützung von Bund und Ländern hier ausfällt, muss zumindest ein Bestandsschutz für die Abferkelställe her, fordert Dr. Staack.