Niederländische Schweineschlachtungen auf niedrigstem Stand seit 2009
Die Schweineschlachtungen in den Niederlanden sind im ersten Quartal 2026 auf den niedrigsten Stand seit 2009 gefallen. Hauptgrund ist der deutliche Rückgang der Schweinebestände infolge des Ausstiegsprogramms für Tierhalter. Gleichzeitig können die Schlachtbetriebe den Rückgang nicht länger durch reduzierte Exporte lebender Tiere abfedern.
Die Schweineschlachtungen in den Niederlanden haben im ersten Quartal 2026 den niedrigsten Stand seit 2009 erreicht. Ursache dafür sind die deutlich verringerten Schweinebestände infolge des niederländischen Ausstiegsprogramms für Tierhalter, berichtet DCA Market Intelligence unter Verweis auf Daten des RVO. In den ersten 14 Kalenderwochen des Jahres 2026 wurden demnach rund 3,73 Mio. Schweine geschlachtet – etwa 300.000 Tiere weniger als im Vorjahreszeitraum, was einem Rückgang von 7,4 Prozent entspricht.
Schweinebestand erstmals unter 10 Mio. Tiere
Im Jahr 2025 lag der Schweinebestand in den Niederlanden erstmals seit 45 Jahren unter der Marke von 10 Mio. Tieren. Der Abwärtstrend ist seit 2022 deutlich sichtbar. Innerhalb von fünf Jahren sank der Bestand um 780.000 Schweine bzw. 17 Prozent. Aufgrund höherer Durchschnittsgewichte fiel der Rückgang der Schweinefleischproduktion jedoch weniger stark aus.
Exportpuffer vollständig aufgebraucht
In den letzten Jahren hatten niederländische Schlachtbetriebe verstärkt Schweine verarbeitet, die in der Vergangenheit als Schlachtschweine exportiert worden waren – etwa nach Deutschland –, um rückläufige Anlieferungen auszugleichen. Dieser Puffer sei inzwischen vollständig aufgebraucht, so DCA. Während im ersten Quartal 2016 noch rund 930.000 Schlachtschweine exportiert wurden, waren es im ersten Quartal 2026 nur noch etwa 100.000 Tiere.
Kapazitätsauslastung im Sommer unter Volllast
Die Verarbeitungskapazität niederländischer Schlachtbetriebe liege bei etwa 300.000 Schweinen pro Woche. In den besonders ausgelasteten Wochen zu Jahresbeginn wurden rund 270.000 Tiere wöchentlich geschlachtet. In den Sommermonaten dürfte die Kapazitätsauslastung aufgrund des saisonal sinkenden Lebendangebots unter der sogenannten Volllast liegen.
