Schweizer Schweinemarkt: Erzeugerabgabe zur Marktstabilisierung halbiert
Die Schweizer Branchenverbände haben eine erst im Februar eingeführte Erzeugerabgabe zur Marktregulierung aufgrund der saisonal steigenden Nachfrage vorerst halbiert. Ab Herbst werden jedoch erneut Übermengen erwartet, die durch Exporte abgebaut werden könnten.
Um einer Überproduktion am heimischen Schweinemarkt entgegenzuwirken, hatten die Schweizer Branchenverbände Suisseporcs und Proviande im Februar eine Abgabe von 0,20 sfr (ca. 0,22 Euro) pro Kilogramm Schlachtgewicht eingeführt.
Erzeugerabgabe soll Markt entlasten
Die Einnahmen fließen in einen Fonds bei Proviande, aus dem Maßnahmen zur Marktentlastung finanziert werden sollen, vor allem im kommenden Sommer. Dazu gehören die Förderung von Exporten oder auch eine Prämie für den Abbau von Sauenplätzen ist angedacht. Laut Proviande haben die eingeleiteten Marktentlastungsmaßnahmen bereits erste Wirkung gezeigt.
Saisonal bedingte Anpassung – Abgabe wird halbiert
Aufgrund der saisonal steigenden Nachfrage nach Schweinefleisch hat die mit dem Vorgehen betraute branchenübergreifende Arbeitsgruppe unter der Führung von Suisseporcs nun beschlossen, den Einzug seit Montag (4.5.) auf 0,10 sfr (0,11) Euro) zu halbieren. Allerdings rechnen die beiden Verbände ab Herbst wieder mit größeren Übermengen am Schweinemarkt. Dann könnte der Export von Schlachthälften für die nötige Entlastung sorgen.
Schweinefleisch bleibt wichtigste Fleischart
Nach Angaben von Proviande lag 2025 die gesamte verfügbare Menge an Schweinefleisch in dem Alpenland bei rund 177.500 Tonnen Verkaufsgewicht. Etwa 166.000 Tonnen wurden im Inland produziert, 16.000 Tonnen importiert und nur 2.300 Tonnen exportiert. Der Inlandsanteil an der verfügbaren Fleischmenge betrug 92%. Konsumiert wurden im vergangenen Jahr laut Bundesamt für Landwirtschaft rund 170.000 Tonnen Schweinefleisch, gemessen in Frischfleischäquivalenten (FFÄ). Das entsprach einem Pro‑Kopf‑Konsum von etwa 19 Kilogramm.
