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15.07.2026rss_feed

Strukturwandel in den Niederlanden: Deutlich weniger Schlachtschweine und Ferkel

©Canva

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Die staatlichen Aufkaufprogramme in den Niederlanden hinterlassen tiefe Spuren auf allen Stufen der Wertschöpfungskette. Im ersten Halbjahr 2026 verzeichnen die Niederlande sowohl bei den heimischen Schlachtungen als auch beim Ferkelexport drastische Rückgänge. Die Entwicklung stellt die niederländischen Schlachthöfe vor Auslastungsprobleme.

 

Wie das niederländische Fachmagazin Boerderij berichtet, spiegelt sich der kontinuierliche Abbau der Tierbestände immer deutlicher in den offiziellen Schlachtstatistiken wider. In der ersten Hälfte des Jahres 2026 wurden in den Niederlanden rund 6,7 Millionen Schweine geschlachtet – das entspricht einem Minus von 6,5 % im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Im Vergleich mit den Zahlen aus dem Jahr 2020 fehlen den niederländischen Schlachthöfen bereits 880.000 Tiere im Halbjahr, was auf das gesamte Jahr hochgerechnet ein Minus von rund 1,76 Millionen Schlachtschweinen bzw. 13,1 % bedeutet.

 

Drastischer Rückgang bei den Ferkelexporten

Auch der Export lebender Tiere bricht aufgrund der schrumpfenden Ferkelerzeugung deutlich ein. Im ersten Halbjahr 2026 wurden 2,47 Millionen Ferkel aus den Niederlanden exportiert – ein Rückgang um fast 580.000 Tiere (ca. 19 %) gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Hauptabnehmerländer für die niederländischen Ferkel bleiben weiterhin Deutschland und Spanien. Nach Spanien gehen derzeit im Schnitt noch rund 40.000 Ferkel pro Woche; vor dem dortigen ASP-Ausbruch lag dieses Volumen noch bei rund 50.000 Ferkeln pro Woche.

Parallel dazu ging auch der Export von schlachtreifen Schweinen, die vorwiegend an deutsche Schlachthöfe geliefert werden, spürbar zurück: Im ersten Halbjahr 2026 wurden wöchentlich nur noch durchschnittlich 6.718 Schlachtschweine exportiert, verglichen mit 9.190 Tieren pro Woche im Vorjahreszeitraum (-26,9 %).

 

Schlachthöfe stehen vor großen Kapazitätsproblemen

Der beschleunigte Bestandsabbau trifft die Schlacht­branche in den Niederlanden hart. Da die Gesamtmenge der erzeugten Tiere stark schrumpft und deutlich weniger Schweine im Inland zur Schlachtung anstehen, laufen viele Schlachtstandorte unter der normalen Kapazität. Schätzungen zufolge bleiben in den Niederlanden derzeit jede Woche etwa 50.000 Schlachthaken ungenutzt. Branchenexperten hatten eigentlich prognostiziert, dass die Schlachtzahlen erst bis zum Jahr 2030 auf ein Niveau von jährlich 13,5 Millionen Tieren sinken würden – eine Marke, die durch das hohe Tempo des Strukturwandels und der Aufkaufprogramme voraussichtlich schon in diesem Jahr erreicht wird.