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21.10.2026rss_feed

Wirtschaftliche Situation auf den schweinehaltenden Betrieben derzeit dramatischer als zu Corona-Zeiten

Preisgrafik Kw43

Die Schlachtschweinenotierung bleibt bei 1,40 Euro je Kilogramm Schlachtgewicht. Ein umfangreiches Angebot trifft auf einen reichlich versorgten Fleischmarkt und begrenzte Absatzmöglichkeiten. Gleichzeitig liegen die kalkulierten Vollkosten für Ferkelerzeugung und Mast bei durchschnittlich 2,05 Euro je Kilogramm Schlachtgewicht. Die wirtschaftliche Lage der schweinehaltenden Betriebe ist damit dramatischer als in den Krisenjahren 2020 und 2021.

 

Zur Wochenmitte zeigt sich der Schlachtschweinemarkt unverändert. Die angebotenen Stückzahlen fallen umfangreich aus und treffen auf einen reichlich versorgten Fleischmarkt. Bei begrenzten Absatzmöglichkeiten bleibt der Markt anhaltend unter Druck; gegenüber der Vorwoche ist keine Trendwende erkennbar.

Die Notierung behauptet sich auf dem in der Vorwoche abgesenkten Niveau von 1,40 Euro je Kilogramm Schlachtgewicht. Für eine rentable Schweineerzeugung reicht dieser Preis bei Weitem nicht aus. Der wirtschaftliche Druck auf die Erzeuger nimmt weiter zu.

 

Erlöse weit unter Produktionskosten

Wie groß die Lücke zwischen Erlösen und Kosten ist, zeigt der Blick auf die kalkulierten durchschnittlichen Vollkosten: Für Ferkelerzeugung und Mast zusammen liegen sie derzeit bei rund 2,05 Euro je Kilogramm Schlachtgewicht. Bei einer Notierung von 1,40 Euro können die Betriebe ihre Kosten nicht decken. Die Verluste sind enorm und müssen aus der eigenen Substanz aufgefangen werden.

Der Vergleich mit den Krisenjahren 2020 und 2021 verdeutlicht die Verschärfung der Lage. Der durchschnittliche Schweinepreis lag damals bei rund 1,45 Euro je Kilogramm Schlachtgewicht – und damit leicht über der aktuellen Notierung. Die Produktionskosten betrugen zu dieser Zeit etwa 1,70 bis 1,80 Euro je Kilogramm Schlachtgewicht.

 

Kostensteigerungen verschärfen die Krise

Seitdem sind wichtige Kostenpositionen deutlich gestiegen. Futter, der zentrale Kostenfaktor, ist heute 10 bis 15 Prozent teurer als 2020/21. Die Energiekosten liegen rund 25 bis 30 Prozent höher, die Personalkosten etwa 20 bis 25 Prozent. Besonders stark haben sich die Stallbaukosten entwickelt: Sie sind rund 40 bis 50 Prozent gestiegen. Zwar lassen sich Investitionen zeitweise aufschieben, langfristig müssen die Kosten für Gebäude und Ställe jedoch ebenfalls erwirtschaftet werden.

Damit stehen heute ähnlich niedrige Erlöse wie in den Krisenjahren deutlich höheren Produktionskosten gegenüber. Die durchschnittlichen Vollkosten liegen rund 15 bis 20 Prozent über dem damaligen Niveau. Schon während der Corona-Krise stellten jährlich rund zehn Prozent der sauenhaltenden Betriebe und der Schweinemastbetriebe ihre Tätigkeit ein. Wenn sich die wirtschaftliche Situation nicht deutlich verbessert, droht erneut eine Welle von Betriebsaufgaben.