ASP-Halbjahresbilanz 2026: Seuchendruck in Europa weiterhin hoch
Die Halbjahresbilanz zeigt: Das Geschehen der Afrikanischen Schweinepest (ASP) in Europa bleibt weiterhin dynamisch. Zwar wurden im ersten Halbjahr 2026 europaweit weniger Fälle registriert als im Vorjahreszeitraum – doch vor allem bei Wildschweinen bleibt das Seuchengeschehen in vielen Regionen Europas auf hohem Niveau und breitet sich in Teilen Südosteuropas weiter aus. In einigen EU-Ländern sind auch viele Hausschweinebestände betroffen.
Nach Angaben des Friedrich-Loeffler-Instituts wurden von Januar bis Juni 2026 europaweit insgesamt 5.690 ASP-Fälle bei Haus- und Wildschweinen registriert. Im Vergleich zum ersten Halbjahr 2025 mit 6.956 Fällen entspricht das einem Rückgang von 1.266 Fällen.
Hohe Fallzahlen weiterhin in Polen
Weiterhin verzeichnet Polen mit Abstand die meisten ASP-Fälle in der EU. Auch wenn die Zahl der ASP-Fälle dort von 2.301 Fällen im ersten Halbjahr 2025 auf 1.403 Fälle im Jahr 2026 gesunken ist, bleibt das Niveau insgesamt sehr hoch. Dahinter folgen Litauen (832 Fälle), Italien (824 Fälle), Deutschland (622 Fälle) und Ungarn (492 Fälle). In diesen Ländern betrifft die ASP fast ausschließlich Wildschweine. Deutschland verzeichnete in den ersten sechs Monaten dieses Jahres im Vergleich zum Vorjahreszeitraum deutlich weniger Nachweise (1. Halbjahr 2025: 1.574 ASP-Fälle)
ASP-Geschehen breitet sich weiter aus
Auffällig ist, dass sich die geografischen Schwerpunkte gegenüber dem Vorjahr teilweise verschoben haben. Während 2025 Polen weiterhin mit hohen Fallzahlen belastet war, rückten 2026 auch Litauen und Italien stärker in den Fokus des Seuchengeschehens. Die Zahlen zeigen, dass die ASP weiterhin in großen Teilen Europas grassiert und sich regionale Schwerpunkte jederzeit verändern können. Für Schweinehalter und die gesamte Branche bedeutet dies, dass Biosicherheitsmaßnahmen und eine konsequente Seuchenprävention unverändert hohe Priorität haben.
Auch Hausschweinebestände weiter betroffen
Neben den Wildschweinpopulationen bleibt die ASP in einigen südosteuropäischen Ländern auch bei Hausschweinen ein ernstes Problem. Die meisten Ausbrüche wurden im ersten Halbjahr 2026 in Serbien (132 Fälle), Rumänien (109 Fälle) und Kroatien (24 Fällen) registriert. Im Vorjahreszeitraum lag Rumänien mit 162 Fällen noch an der Spitze. Auffällig ist zudem die Entwicklung in Serbien: Dort stieg die Zahl der gemeldeten ASP-Fälle bei Hausschweinen von 18 Fällen im ersten Halbjahr 2025 auf 132 Fälle im Jahr 2026 deutlich an.
Seuchendruck in Europa bleibt hoch
Die Halbjahresbilanz macht deutlich: Auch wenn die Gesamtzahl der ASP-Fälle in Europa gegenüber dem Vorjahr gesunken ist, bleibt die Tierseuche in zahlreichen Ländern stark verbreitet. Ein nachhaltiger europaweiter Rückgang des Seuchendrucks ist bislang nicht erkennbar. Entsprechend bleibt die ASP eine der größten Herausforderungen für die europäische Schweinehaltung.
