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17.06.2026rss_feed

Mai-Viehzählungsergebnisse aus Niedersachsen und NRW: Betriebszahlen weiter stark rückläufig

Während sich die Tierbestände in Niedersachsen und Nordrhein Westfalen weitgehend stabil entwickeln, setzt sich der Rückgang der schweinehaltenden Betriebe deutlich fort ©ISN/Jaworr, Canva

Während sich die Tierbestände in Niedersachsen und Nordrhein Westfalen weitgehend stabil entwickeln, setzt sich der Rückgang der schweinehaltenden Betriebe deutlich fort ©ISN/Jaworr, Canva

Die Mai-Viehzählung 2026 für Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen zeigt: Während sich die Tierbestände in Niedersachsen und Nordrhein‑Westfalen weitgehend stabil entwickeln, setzt sich der Rückgang der schweinehaltenden Betriebe deutlich fort. Die Zahlen machen den anhaltenden strukturellen Wandel in der Schweinehaltung deutlich.
ISN: Angesichts der aktuellen Preiskrise und anstehender Investitionskosten droht die Basis der heimischen Schweinefleischerzeugung in Zukunft immer drastischer wegzubrechen.

 

Die vorläufigen Ergebnisse der Mai-Viehzählung 2026 für Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen verdeutlichen, dass sich der strukturelle Wandel in der Schweinehaltung fortsetzt. Zwar weisen die Tierzahlen im Vorjahresvergleich leichte Stabilisierungen auf, doch das Höfesterben an der Basis hält unvermindert an.

 

Rasanter Rückgang der Betriebe in Niedersachsen

In Niedersachsen schrumpft die Zahl der Schweinehalter in unvermindert rasantem Tempo: Die Zahl der schweinehaltenden Betriebe sank binnen eines Jahres um deutliche 6,8 % auf nur noch 3.420 Betriebe. Seit 2016 hat sich die Zahl der schweinehaltenden Betriebe damit fast halbiert (-44,8 %). Ähnlich dramatisch ist der Rückgang im Sauenbereich, wo die Zahl der Betriebe ebenfalls um 6,8 % auf 1.100 zurückging – gegenüber 2016 bedeutet das mittlerweile ein Minus von 47,6 %.

 

Leichte Stabilisierung der niedersächsischen Tierzahlen

Etwas weniger stark fiel hingegen im Vergleich zum Vorjahr der Rückgang der Tierzahlen aus. Zum Stichtag 3. Mai 2026 sank die Gesamtzahl der gehaltenen Schweine im Vergleich zum Vorjahr leicht um 0,8 % auf rund 6,81 Mio. Tiere (seit 2016: -19,6 %). Der Sauenbestand verringerte sich im Vergleich zum Vorjahr um 1,2 % auf 368.200 Tiere (seit 2016: -24,3 %).


©IT.NRW

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Nordrhein‑Westfalen: Stabilere Tierzahlen, weniger Betriebe

In Nordrhein-Westfalen fielen die Zahlen bei der Viehzählung am 03. Mai nicht ganz so dramatisch aus: Am Stichtag hielten dort 5.010 Betriebe rund 5,88 Mio. Schweine. Während sich die Zahl der Schweinehalter im selben Zeitraum um 2,1 % verringerte, stieg die Tierzahl sogar um 1,8 % an. In der langfristigen Zehnjahresbetrachtung seit 2016 verzeichnet NRW jedoch ebenfalls einen spürbaren Bestandsrückgang von 17,9 %, während die Zahl der Betriebe um insgesamt 32,9 % eingebrochen ist.
Bei den Zuchtschweinen über 50 kg Lebendgewicht zeigte sich ein leichter Anstieg bei den Tierzahlen. Deren Bestand stieg im Vergleich zum Vorjahr um 3,2 % auf 330.600 Tiere. Demgegenüber ging die Zahl der Zuchtbetriebe jedoch weiter zurück und sank um 0,8 % auf 1.210 Halter.

 

 

ISN warnt vor beschleunigtem Strukturwandel durch Preiskrise

Die vorliegenden Zahlen aus NRW und Niedersachsen zeigen, dass sich der drastische Rückgang bei der Zahl der Schweine haltenden Betriebe weiter fortsetzt – und dies in einer Marktphase, die im vergangenen Jahr wirtschaftlich noch weniger dramatisch war als in der aktuellen Preiskrise. Angesichts der momentan massiven finanziellen Verluste drohen bei den nächsten Zählungen weit drastischere Rückgänge. Besonders in der Ferkelerzeugung, wo zusätzlich hohe Investitionen für den Stallumbau anstehen, sind noch höhere Ausstiegsraten zu befürchten. Damit droht die Basis der heimischen Schweinefleischerzeugung immer weiter wegzubrechen.