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14.10.2026rss_feed

Schweinehalter mit dem Rücken zur wand– Schlachtunternehmen drücken den Preis weiter

Preisgrafik Kw42

Die VEZG-Notierung ist am heutigen Mittwoch um 5 Cent auf 1,40 Euro je Kilogramm Schlachtgewicht gefallen. Nach monatelangen Verlusten und angesichts hoher Kosten verschärft die Preissenkung die existenzbedrohende Lage vieler Schweinehalter. Die Erzeugerseite kritisiert den Druck führender Schlachtunternehmen und fordert mehr Verantwortung entlang der Wertschöpfungskette.

 

Der heutige Rückgang der VEZG-Notierung um 5 Cent auf 1,40 Euro je Kilogramm Schlachtgewicht ist ein weiterer harter Schlag für die Schweinehalter. Nach monatelangen Verlusten und angesichts schwindender Liquidität stehen viele Betriebe ohnehin mit dem Rücken zur Wand. Die erneute Preissenkung verschärft ihre bereits existenzbedrohende Lage weiter.

 

Führende Schlachtunternehmen üben massiven Preisdruck aus

Ohne Rücksicht auf diese Situation nutzen dabei die führenden Schlachtunternehmen ihre Marktdominanz, um den Druck auf die Notierung zu erhöhen. Dass Tönnies und Westfleisch im Gegensatz zu den mittelständischen Schlachtbetrieben weitere Preissenkungen fordern, ist für die Schweinehalter kaum nachvollziehbar. Die deutsche Notierung ist ein wichtiger Orientierungspunkt für die europäische Preisbildung. Der Abschlag strahlt daher auf andere Märkte aus und zieht das Preisniveau europaweit weiter nach unten, ohne die Vermarktungslage zu verbessern.

 

Europäischer Fleischmarkt umfangreich versorgt

Nicht wegzudiskutieren sind die Probleme am europäischen Fleischmarkt: Der EU-Markt ist umfangreich versorgt, die Absatzmöglichkeiten sind begrenzt. Größere Mengen an Fleisch verbleiben seit dem ASP-Ausbruch in Spanien und den daraus resultierenden Beschränkungen für den Drittlandsexport im EU-Binnenmarkt und verschärfen hier den Wettbewerb.

 


Rücksichtsloser Druck der nachgelagerten Stufen

Dennoch wird der Druck der beiden Schlachtunternehmen auf die VEZG-Notierung von der Erzeugerseite als deutlich überzogen wahrgenommen. Und auch weitere Maßnahmen der Schlachtunternehmen zeugen von wenig Fingerspitzengefühl: Tönnies erhöhte die Schlachthofvorkosten zum 1. Oktober um 46 Cent auf 2,80 Euro je Schwein, Westfleisch kündigte zum 1. November ein Plus von 35 Cent auf 2,70 Euro an. Im Hinterkopf sind den Erzeugern auch die Änderungen der Abrechnungsmasken nach Belieben. So werden beispielswiese einwandfreie Schweine mit einem Gewicht von mehr als 120 kg nur zum Sauenpreis abgerechnet – aktuell 58 Cent/kg Schlachtgewicht! Weitere Beispiele ließen sich anführen.

Auch der Lebensmitteleinzelhandel trägt mit den jüngsten Preissenkungen zusätzlich zum Druck bei. Dauerhafte Rabattschlachten passen nicht zu den Bekenntnissen zu Tierwohl, Nachhaltigkeit und regionaler Erzeugung. Sie verschärfen die Krise der Erzeuger weiter.

 

Existenzbedrohende Verluste auf Erzeugerebene

Gleichzeitig mit der Abwärtsbewegung der Erlöse sind die Kosten für die Schweinehalter stetig gestiegen, wie z.B. Energie-, Bau- und Arbeitskosten. Auch die Futterpreise sind spürbar angezogen. In der Gesamtbetrachtung führt die aktuelle Kombination aus Erlösen und Kosten zu massiven Verlusten von ca. 65 Euro je Schwein in der Ferkelerzeugung und der Schweinemast. Weitere Preisabschläge lösen die Probleme am Markt nicht, sondern verschärfen lediglich die Not der Betriebe. Schlachtunternehmen und Lebensmitteleinzelhandel müssen Verantwortung für die gesamte Wertschöpfungskette übernehmen und den Schweinehaltern Luft zum Atmen lassen.


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